Massivholzbauweise
Hohlkastendecken mit Akustikunterseite
Indach-Photovoltaik und Pellet-Nahwärmenetz
Bauherr: Gemeinde Rott
Leistungen: Leistungsphasen 1-9,
weitere Leistungen: Brandschutzkonzept, Energiekonzept, Aufzugsplanung, Freianlagenplanung Leistungsphasen 1-9
In unmittelbarer Nachbarschaft zu Kirche, Friedhof und der bestehenden Kindertagesstätte fügt sich der Neubau für bis zu 100 Kinder harmonisch in das dörfliche Ortsbild von Rott ein. Der kompakte, zweigeschossige Baukörper wurde bewusst in der nordöstlichen Grundstücksecke positioniert, um im Süden eine großzügige, zusammenhängende Garten- und Spielfläche zu schaffen, die nahtlos an die bestehende Kita anknüpft.
Die Architektur greift die ortstypische Bauform einfacher, rechteckiger Baukörper mit traditionellem Satteldach auf. Eine markantes Detail ist das einseitig über die Traufe hinausgezogene Schleppdach, das schützend den vorgelagerten Fluchtbalkon überspannt. Diese offene Zone dient als Witterungs- und Sonnenschutz und öffnet sich einladend zum Garten – ein subtiler Dialog zwischen Innen und Außen. Die Fassade aus unbehandeltem Holz, deren Bretter in Tiefe und Breite variieren, erzeugen ein lebendiges Spiel aus Licht und Schatten, das mit dem Tagesverlauf mitwandert.
Im Inneren spiegelt sich der pädagogische Ansatz in der Raumaufteilung wider: Im Erdgeschoss befinden sich neben den Gruppen- und Essensräumen auch die Garderoben, die einen direkten, barrierefreien Zugang zum Garten ermöglichen. Eine zentrale innenliegende Treppe führt ins Obergeschoss, wo ein Mehrzweckraum mit bis zu sieben Metern Raumhöhe bis unter das Dach ein großzügiges Raumgefühl schafft mit viel Platz zum Klettern und Spielen. Ein spielerisches Highlight ist die Evakuierungsrutsche am Fluchtbalkon, die gleichzeitig den Kindern im Alltag als Spielgerät dient.
Ab dem Erdgeschoss setzt der Bau auf eine konsequente Massivholzkonstruktion aus Brettsperrholz. Die sichtbar bleibenden tragenden Holzwände und akustisch wirksamen Hohlkastendecken schaffen eine warme, behagliche Atmosphäre mit guter Raumakustik. Energetisch ist das Gebäude zukunftsweisend aufgestellt: Der Wärmebedarf wird über ein Nahwärmenetz gedeckt, versorgt über eine neue gemeinsame Pelletheizung in der Bestands-Kita. Ergänzt wird das Konzept durch eine flächenbündige Indach-Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher, die den benötigten Strom umweltfreundlich für Neubau- und Bestandskita erzeugt.